Historie

 

75 Jahre Fischereigenossenschaft Untere Eider

Nachdem die Fischereigenossenschaft Mitteleider bereits im Jahre 2012 ihr 75jähriges Bestehen feiern konnte, begeht die Fischereigenossenschaft Untere Eider in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen.

Am 19. 11. 1938 erscheint im Amtsblatt der Regierung zu Schleswig die Veröffentlichung aus der Satzung der Fischereiwirtschaftsgenossenschaft für die untere Eider mit Sitz in Friedrichstadt. Sie ist unterzeichnet vom Regierungs-Präsidenten.

Das Fischereigebiet umfasst die Fischereiberechtigten in der unteren Eider zwischen der Eiderabdämmung bei Drage-Nordfeld und der Hafeneinfahrt Tönning-Karolinenkooger Fähre.

Mitglieder sind die Gemeinden an der unteren Eider, die mit ihrer anteiligen Wasserfläche in das Fischereibuch des Landes eingetragen wurden.

Grundlage für das Fischereirecht z.B. der Gemeinde Lehe ist § 8 des Fischereigesetzes vom 11. 05. 1916 (GS S. 55). Dort heißt es „für den, der ein Fischereirecht bis zum 01. 05. 1914 mindestens dreißig Jahre als ein eigenes ausgeübt hat, spricht die Vermutung, dass es ihm zusteht". Die Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches gelten sinngemäß.

Daraufhin ist aufgrund eines Antrages vom 01./02. 09. 1926 am 04. 08. 1927 im Wasserbuch, später umgeändert in Fischereibuch für Schleswig-Holstein folgender Eintrag erfolgt (gilt auch für die weiteren Gemeinden):

Die Gemeinde Lehe hat das durch unvordenkliche Verjährung begründete Recht, in der Eider aus ihrer Halbseite innerhalb des Gemeindebezirks von der Wollersumer Schleuse bis zur nördlichen Grenze hinter dem Soldatenbach (gemeint ist sicherlich das Soldatenloch), wie in der vorgelegten Katasterhandzeichnung mit Farbstift vermerkt, die Fischerei in allen Fischarten mit allen Fanggeräten auszuüben bzw. ausüben zu lassen.

Durch die Zusammenlegung der Gemeinden Lehe, Dahrenwurth und Preil 1936 steht der Gemeinde das Fischereirecht bis zur St. Annener Grenze zu. Dies ist auch im Grundbuch von Lehe eingetragen worden.

Die Fischereigenossenschaften sind nach dem Fischereigesetz für Schleswig-Holstein Körperschaften des öffentlichen Rechts, die der Aufsicht des Landes unterliegen.

Die Fischereigenossenschaft Untere Eider setzt sich aus folgenden Mitgliedern zusammen:

1. Land Schleswig-Holstein 11,0 km Uferlänge
2. Amt Hennstedt 2,4 km Uferlänge
3. Gemeinde Groven 3,0 km Uferlänge
4. Gemeinde Drage 4,5 km Uferlänge
5. Gemeinde Koldenbüttel 4,3 km Uferlänge
6. Gemeinde Lehe 8,9 km Uferlänge
7. Gemeinde St. Annen 5,9 km Uferlänge
8. Stadt Friedrichstadt 1,8 km Uferlänge
Zusammen 41,8 km Uferlänge

Vertreten werden die Gemeinden durch ihren gewählten Bürgermeister, ansonsten durch ihren gesetzlichen Vertreter. Vorsitzender der  Fischereigenossenschaft Untere Eider ist seit 1999 Bürgermeister Dr. Johannes Geiger. Vorgänger war Amtsvorsteher Rolf Gosau von 1982 bis 1998.

Zu den Aufgaben der Mitgliederversammlung gehört u.a. auch zu entscheiden, wie die Fischereiausübung für diesen Bereich durchgeführt werden soll. So ist bereits seit eh und je ein Pachtvertrag für die Ausübung der Fischerei für den Bereich der Abdämmung Nordfeld bis zur Eiderbrücke bei Friedrichstadt mit den Berufsfischern, welche im Fischerverein für die untere Eider e.V., Hennstedt, zusammengeschlossen sind, abgeschlossen.

Die Fischereigenossenschaft hat sich lediglich die Ausgabe von Fischerei-Erlaubnisscheinen vorbehalten. Für die den Berufsfischern verpachtete Eiderfläche hat sie jedoch auf dieses Recht verzichtet.

Fischerei-Erlaubnisscheine werden jedoch für die Strecke von der Eiderbrücke  bei Friedrichstadt bis zum Bollwerk Tönning ausgegeben.

Ausgegeben werden die Erlaubnisscheine vorrangig durch die Ordnungsbehörden - heute Bürgerbüros – in Friedrichstadt und Lunden. Daneben erfolgt die Ausgabe in den Angelshops in Drage und Husum sowie in den Touristinformationen in Friedrichstadt und Krempel.

Ausgabestellen

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